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BJW Fugunt

Betreutes Jugendwohnen für Weltenbürger (UmA)

Auf der Grundlage des Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII)
§ 34 Heimerziehung, sonstige betreute Wohnform
§ 41 Hilfe für junge Volljährige, Nachbetreuung

Bei den zu betreuenden jungen Menschen liegt ggf. bereits eine Duldung nach § 60a AufenthG, in wenigen Fällen bereits eine Aufenthaltsgestattung nach dem Asylver- fahrensgesetz (§ 555 AsylvfG), oder selten aufgrund von Flüchtlingseigenschaft bereits eine i d R. befristete Aufenthaltserlaubnis gem. § 525 (Aufenthalt aus humanitären Gründen) vor.

Auftrag und Zielsetzung

Das BJW als Hilfeform begleitet junge Menschen in die Selbständigkeit. Es orientiert sich an ihren vorhandenen und erweiterbaren Ressourcen und konzentriert sich insbesondere auf die Aktivierung von familiären und sozialen Netzwerken. Grundlage dafür ist ein professionelles Verständnis bei den Betreuern, welches die jungen Menschen – bei aller belastender biographischer Erfahrung – als eigenständige Akteure im Umgang mit sich selbst und der Umwelt wahrnimmt.

Die Mitwirkung an der Ausgestaltung der Hilfe ist ein Lernprozess. Die jungen Menschen beginnen mit dem Einzug ins BJW einen Aushandlungs- und Auseinandersetzungsprozess mit allen an der Hilfe Beteiligten: den Eltern, Betreuern, dem Jugendamtsmitarbeiter, den Ausbildern, Vermietern, Freunden und Mitbewohnern. Diese Menschen tragen mit ihren Erwartungen, Unterstützungen und Forderungen dazu bei, dass die jungen Menschen lernen, sich ihren selbst gewählten Zielen zu nähern.

Im Prozess der zunehmenden Verantwortungsübernahme für das eigene Leben ist die Mitwirkung ein wesentlicher Faktor. Sie umfasst zum einen die Mitgestaltung der Rahmenbedingungen, also die Einrichtung und Pflege der eigenen Wohnung bzw. des eigenen Zimmers. Mitwirkung bedeutet weiterhin, sich an der Gestaltung der Gruppenabende, Gruppenreisen und -unternehmungen aktiv zu beteiligen. Mitwirkung heißt hier auch, dass die jungen Menschen wissen, an wen sie sich wie wenden können, wenn sie in Aushandlung mit ihrem Betreuer an ihre Grenzen stoßen. Dieses kann über ein transparentes Beschwerdemanagement und über Beteiligungsstrukturen der jungen Menschen beim Träger geschehen.

Das BJW stellt individuelle Angebote für verschiedene Bedürfnisse von jungen Menschen bereit. Diese orientieren sich stezt an den Richtungszielen aus den einzelnen Hilfeplänen. Diese Flexibilität ist ein fachlicher Anspruch, der keine fiskalischen Einsparungen begründen darf.

Die Hilfe orientiert sich sowohl im Umfang als auch in der Ausgestaltung an den individuellen Lebenslagen der jungen Menschen. Dabei sind konzeptionelle Standards wie z. B. Betreuungskontinuität zu berücksichtigen. Auch bei der Hilfeplanung sollen eventuelle Mehrbedarfe genauso beachtet werden wie entwicklungsbedingte Minderbedarfe.

Durch die Betreuung im BJW sollen die jungen Menschen die Befähigung erlangen, für sich eine neue Lebensperspektive und Zukunftsorientierung zu finden, mit dem Ziel, ihnen einen allmählichen Übergang in die Selbständigkeit zu ermöglichen.

Hierbei steht die Entwicklung zur sozialen Eingliederung und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung durch Lern- und Trainingsprozesse, vornehmlich in den Bereichen:

  • allgemeine Lebenstechniken
  • soziale Interaktionen
  • individuelle Abstimmung der persönlichen, beruflichen und schulischen Perspektiven
  • wirtschaftliche und soziale Eingliederung
  • Erlernen von sinnvoller Freizeitgestaltung im Vordergrund.


Weitgehendste gemeinsame Planung bei größtmöglicher Durchsichtigkeit der pädagogischen/therapeutischen Maßnahmen und Entscheidungen wird angestrebt.

Zielgruppe

Das Aufnahmealter ist ab 18 Jahre möglich.
Im Fugunt stehen 6 Zimmer zur Einzelnutzung, mit eigenem Bad und WC zur Verfügung.
Ein gemeinsamer Küchen- und Wohnbereich steht allen zur Verfügung. In der Küche hat jeder Bewohner seinen eigenen Bereich, inklusive einem eigenen Teil der Kühlhäuser. Jeder hat seinen Schlüssel und ist für seinen Bereich selbstständig verantwortlich.
Hierzu gehören selbstverständlich auch ausländische Jugendliche, insbesondere unbegleitete, minderjährige Ausländer (umA`s). Indikatoren für eine Aufnahme in das Betreute Jugendwohnen BJW OST können z.B. sein:
•    Jugendliche und junge Erwachsene
•    insbesondere unbegleitete, minderjährige Ausländer (umA`s).
•    die ohne Eltern
•    auf Grund ihrer Fluchtgeschichte
•    ihrer vorherigen Hilfeplanung
•    die Betreuung durch ein BJW benötigen

Ausschließen müssen wir junge Menschen, die
•    akut drogen- oder alkoholabhängig sind
•    akut psychiatrische Phasen haben

Allen weitern Herausforderungen stellen wir uns in der Synchronisation mit den Jugendämtern

Aufnahme und Betreuungsform

Die Art des Aufnahmeverfahrens ist abhängig davon, ob der junge Mensch sich in einem Ablösungsprozess aus einer Gruppe befindet oder direkt aus dem Elternhaus, einer jugendpsychiatrischen Klinik oder ähnlichem in das Betreute Einzelwohnen aufgenommen wird. Die Dauer des Aufenthaltes ist grundsätzlich auf die individuellen Bedürfnisse und Erfordernisse des jungen Menschen abzustimmen.
Es gelten die Maßgaben des Rahmenvertrages.
Nachbetreuung ist kein Inhalt des Angebotes. Die Hilfe beginnt mit der Aufnahme des jungen Menschen in die Wohnung. Der erste Hilfeplan findet nach der Aufnahme statt. Die Betreuungsintensität richtet sich nach dem Rahmenvertrag und wird mit zunehmender Verselbständigung reduziert.

•    Kontaktherstellung durch das Jugendamt, abgebende Gruppe/Institution
•    ggf. Akteneinsicht

b) Informationsgespräch
•    Informationsaustausch über die Situation des jungen Menschen und die Angebote der Einrichtung

c) Entscheidung im Hilfeplanverfahren
•    Erstellung eines Hilfeplanes unter Beteiligung des jungen Menschen, der verantwortlichen MitarbeiterInnen und des zuständigen Kostenträgers

d) Vorbereitung der Betreuung
•    Einrichtung und ggf. Renovierung der Wohnmöglichkeit
•    Absprache zur Vorbereitung von Betreuungsvereinbarungen
•    Klärung der Ablösephase aus der vorherigen Betreuungsinstitution/dem Elternhaus u.ä.

e) Erziehungsplanung
•    Festlegung der Planung unter Berücksichtigung des Hilfeplanes
•    Einbeziehung von Angehörigen, sozialem Umfeld, therapeutischen Fachkräften
•    Festlegung der Betreuungsdichte unter individuell flexiblen Gesichtspunkten
An allen Kontakten und Gesprächen sind die jungen Menschen und ihre künftigen BetreuerInnen zu beteiligen. Den Abschluss des Aufnahmeverfahrens bildet der Aufnahmetag.

Stabilisierung

Über die Gruppe hinaus können wir Jugendliche, gemeinsam mit ihren Eltern, die ersten begleiteten Schritte zur Verselbständigung erproben, sie z.B. in einer eigenen Wohnung betreuen. Der Schwerpunkt liegt bereits bei diesem Angebot in der Individualität (siehe Beschreibung Betriebserlaubnis SoBeWo KVJS).
Im Zuge der Verselbständigung gehen wir diese mit den Jugendlichen an.

Dies beinhaltet

  • Selbständige Verpflegung
  • Anleitung beim Kochen zum Thema „Zubereitung von Mahlzeiten“ aber auch dem Austausch bzgl. gesunder Ernährung
  • Anleitung bis hin zum eigenständigen Einkauf der Lebensmittel unter Berücksichtigung des festgelegten Budgets
  • Anleitung im hauswirtschaftlichen Bereich (Sauberhalten & Ordnung der Räumlichkeiten)
  • Arbeit am sozialen Netzwerk (Familie, Partner, Freunde, Freizeit)
  • Einhalten der Hausordnung (Regeln und Strukturen)
  • Erarbeitung eines selbständigen Finanzmanagements (Bestreitung Lebensunterhalt,
  • Unterscheidung und Umgang mit Fixkosten, Taschen- und Bekleidungsgeldern, Ersparnisse mit Hilfe eines Haushaltsbuchs)
  • Hinführung zur Selbstständigkeit in Schule & Beruf (Austausch mit LehrerInnen und Arbeitgeber)
  • Erlernen/Ausbau einer geregelten Tagesstruktur
  • Unterstützung bei Behördengängen („was muß ich wo erledigen?“, „wie eröffne ich ein Konto?“, „an wen wende ich mich bei unterschiedlichen Fragestellungen?“, „was für einen Versicherungsschutz brauche ich?“ uvm.)
  • Hinführung zum eigenständigen Wäsche waschen
  • Unterstützung bei der Gesundheitssorge (u.a. Verhütung)

Schule und Ausbildung

Hier werden wir sicherstellen, dass der Besuch der vorherigen Schule und Ausbildung aufrechterhalten werden kann. Dies wird in einer echten Transparenz mit der Einrichtung und durch die Verantwortungsübernahme der Jugendlichen / jungen Erwachsen gewährleistet. Dies kann aber auch die oben beschriebene Neuorientierung und Suche betreffen.

 

  • BJW Fugunt

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