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Wohngruppe Fugunt

eine Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Ausländer (UmA)

Auf der Grundlage des Kinder- und Jugendhilfegesetz (sGB VIII)
§ 34 Heimerziehung, sonstige betreute Wohnform
§ 41 Hilfe für junge Volljährige, Nachbetreuung 
§ 42 Inobhutnahme

Unbegleiteten minderjährigen Ausländern (Flüchtlingen) wird durch das Jugendamt ein Vormund bestellt, da die elterliche Sorge ruht (ss 1674, 1773 BGB). Die Dauer und Art des Hilfsangebotes wird gemeinsam mit dem Jugendamt, dem jungen Menschen und dem Vormund vereinbart und regelmäßig überprüft.

Bei den zu betreuenden jungen Menschen liegt ggf. bereits eine Duldung nach 60a AufenthG, in wenigen Fällen bereits eine Aufenthaltsgestattung nach dem Asylver- fahrensgesetz (5 55 AsylvfG), oder selten aufgrund von Flüchtlingseigenschaft bereits eine i d R. befristete Aufenthaltserlaubnis gem. 5 25 (Aufenthalt aus humanitären Gründen) vor.

Auftrag und Zielsetzung

Sicherstellung von Möglichkeiten des Spracherwerbes und der Beteiligung des jungen Menschen von Anfang an (auch z.B. durch die Hinzuziehung von externen Dolmetschern)

Sicherstellung des Schutzes (vor Diskriminierung, kriminellen Netzwerken usw.)

Begleitung bei der medizinischen Weiterversorgung der häufig physisch und psychisch stark belasteten jungen Menschen

Nach Klärung des Gesundheitszustandes, Ermittlung von spezifischen (auch therapeutischen) Hilfebedarfen und gegebenenfalls die Anbahnung einer psyichiatrischen Diagnostik

Einleitung erforderlicher (Krisen-)Interventionen in enger Kooperation und Abstimmung mit dem örtlich zuständigen Jugendamt,

Klärung und schnellstmögliche Einleitung einer geeigneten Beschulung

Die Unterstützung bei der Aufnahme von Kontakt zu Familienangehörigen und Verwandten und gegebenenfalls bei der Familienzusammenführung

Unterstützung und Aufklärung bei der Sicherung des Aufenthaltes

Sozialpädagogische Betreuung mit Beziehungsangeboten auf Augenhöhe

Intensive sozialpädagogische Hilfestellung und Unterstützung

Vermittlung von Alltags- und interkulturellen Kompetenzen sowie relevanten Kulturtechniken, Normen und Werten

Einbindung und Integration in die Einrichtung und in das soziale Umfeld

Bei Überstellung in das Erstaufnahmeland oder bei Volljährigkeit Abschiebung in das Herkunftsland entsprechende Vorbereitung, Unterstützung und Begelitung

Anbindung an gleichaltrige Personen mit ähnlichen Migrationserfahrungen

Anbindung an gleichaltrige Personen aus dem örtlichen Nahraum

Gemeinsames Kochen und gemeinsame Mahlzeiten, Lernzeiten und Gruppen- aktivitäten innerhalb der Wohngruppe

Einführung in, Erlernen und Einüben von Kultur-, Wohn- und Lebenstechniken

Information, Erläuterung und Heranführung an das demokratische Miteinander mit den wichtigsten Rechtsnormen, sowie an die sozialen Grundlagen

Die Festlegung der Anschlusshilfe im Hilfeplanverfahren mit dem Jugendamt, dem Vormund und dem jungen Menschen

 

Zielgruppe

Junge minderjährige Ausländer (Flüchtlinge), meist mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus,  die durch eine Inobhutnahme nach S 42 SGB VIll aufgenommen oder auf Grund von Zuweisung über den Landkreis bei synergie im Fugunt untergebracht werden.

Junge Flüchtlinge ab 18 Jahren, die auf Grund ihres Entwicklungsstandes, ihrer psychischen und körperlichen Belastungen oder auf Grund ihrer deutlichen Bemühungen um Integration in Deutschland im Rahmen der Jugendhilfe Hilfen nach 5 41 SGB VIII für junge Volljährige erhalten.

Die synergie übernimmt die Verantwortung in enger Kooperation mit dem Jugendamt insbesondere den Vormündern, für die Betreuung der unbegleiteten minderjährigen Ausländer im Bodenseekreis.

Sollte ein junger Flüchtling diese Angebote ablehnen und zu keiner Kooperation bereit sein (z.B. durch hochgradig schädigendes ausagierendes Verhalten), so wird gemeinsam beschlossen, wie die Versorgung im Kreis zwischen rechtlichen Vorgaben und tatsächlichen Möglichkeiten verantwortet wird.

 

Aufnahme und Betreuungsform

In Absprache mit dem Jugendamt wird die Verweildauer im Einzelfall festgelegt. Sowohl Vormund als auch der Allgemeine Soziale Dienst werden bei aktuellen Entwicklungen zeitnah informiert und einbezogen. Die Aufnahme erfolgt im Fugunt in Kressbronn, Betznauerstrasse 23, 88079 Kressbronn. Die Unterbringung erfolgt in einem vollstationären Setting.

Erstversorgung des jungen Menschen, Erstgespräch in Kooperation mit dem zuständigen Jugendamt ggf. unter Einbeziehung eines Dolmetschers

Information und Vernetzung mit der Ausländerbehörde.

Terminierung und Begleitung der medizinischen Erstuntersuchung zur Klärung weiterer notwendiger medizinischer Maßnahmen und Umsetzung besonderer hygienischer Anforderungen

Organisation des Erstgespräches mit dem Vormund und dem ASD, in der Regel in der Einrichtung

Begleitung zum ersten Schulbesuch oder Vermittlung in Praktika

Erste vorläufige Hilfeplanung und ggf. Überprüfung, ob ein Asylantrag gestellt werden soll, unter Beteiligung des jungen Menschen, des Jugendamtes, des Vormunds und der Einrichtung

Sicherstellung des Spracherwerbs

Feststellung der Ressourcen und Bedarfe des einzelnen jungen Menschen

 

Schule und Ausbildung

Ziel ist es, den jungen Menschen einen Schulabschluss und den Einstieg in das Berufs leben zu ermöglichen. Einige von den jungen Menschen bringen eine langjährige Bildungserfahrung mit oder zeigen ein hohes Maß an Motivation, einen Bildungsabschluss zu erreichen; andere sind Analphabeten, zeigen wenig Antrieb, die deutsche Sprache zu erlernen oder müssen erst in lateinischer Schrift alphabetisiert werden. Insofern sind die Motivation und das Leistungsvermögen des jungen Menschen nach Abklärung des Schulangebotes mit dem Schulamt und den regionalen Bildungsträgern im Hilfeplan zu berücksichtigen.

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